Ist Kasperky’s Forderung nach einem Internet-Pass sinnvoll?

| 02:15 | 0 Kommentare

Am 20.10. berichtete Krone.at über Kaspersky’s Forderung für einen Internet Pass, um die Internet-Kriminalität einzudämmen. Sinnvolle Forderung oder reines Politikum?

Schon die wenigen Leser-Reaktionen auf Krone.at‘s Artikel zeigen einerseits, was der Standard-Anwender von dieser Idee hält, anderseits auch, dass bereits jetzt eine gewisse Angst herrscht, seine Meinung in der Öffentlichkeit kund zu tun, da es mit der pesönlichen Freiheit sowieso nicht mehr weit her ist.

Die Exekutive erhielt mittlerweile das Recht sich mit Trojanern in (natürlich nur “suspekte”) Computer einzuhacken, eine Unmenge an Softwareproduzenten fordern Daten von Ihren Kunden, die weit unter die Gürtellinie gehen, abgesehen von der sogar gesetzlich genehmigten Datensammlung, die viele Software Hersteller “einzig und allein zur Verbesserung ihrer Produkte” bei ihren Kunden betreiben. Vergessen Sie bitte nicht das mittlerweile auch bekannt gewordene Datensammeln vieler Personalabteilungen von namhaften Unternehmen, die auf diese Weise ihre Angestellten und auch Bewerber für Anstellungen überwachen.

GEORGE ORWELL’s “1984″ ist eine harmlose Novelle gegen das, wie sich die Wirklichkeit in der Zwischenzeit entwickelt hat. Offensichtlich versucht Kaspersy alle bisherigen Repressalien gegen den unschuldigen Anwender zu übertrumpfen.

Hat denn auf diesem Planeten niemand mehr einen natürlichen Menschenverstand? Klar gibt es Kriminalität, das ist das Prinzip der Dualität; doch wohin bringt es uns, wenn als einzige Reaktion auf Kriminalität die Einschränkung der persönlichen Freiheit Unbeteiligter betrieben wird? Die Kriminalität beginnt zu eskalieren, wie wir ja live erleben.

Warum ist die Internet-Kriminalität dermassen angestiegen? Weil der Durchschnittsmensch nur noch aus negativen Gedanken besteht? Na klar, meine Herren und Damen Politiker, Super-Wirtschaftler und Software Erzeuger … und Ihr habt alle den Heiligenschein gepachtet?

Einen grossen Teil der Verantwortung für Internet-Kriminalität tragen die Software Erzeuger selbst. Macht- und Profitgier-getrieben wirft so mancher Betriebssystem Erzeuger unfertige, mit hunderten, falls nicht gar tausenden Sicherheits-Lücken gespickte, Produkte zu horrenden Preisen auf den Markt, und wundert sich (zumindest nach aussen hin), dass sein Produkt tag-täglich von allen Seiten kompromitiert wird. Das bringt klarerweise auch wieder so manchen “Sicherheitsexperten” auf den Plan, das “beste” und damit auch teuerste Anti-Virus Programm zu entwickeln, an dem er sich die “goldene Nase” verdient. Man könnte hier endlos fortsetzen, doch welche Lösung gibt es wirklich für das grosse Problem der Internet-Kriminalität?

  1. Auch da kommen wir wieder an die Software Erzeuger zurück: Produziert Eure Software gewissenhaft und ohne Sicherheitslücken, und betreibt eine gesunde Kalkulation für Euer Produkt. Nur ein Beispiel … wie ist es möglich, dass der eine Betriebssystem-Erzeuger das Upgrade für seine neueste Version um € 29,00 anbieten kann, und der andere “muss” weit über € 100 für das mehr oder minder gleiche Podukt verlangen? Eine gesunde Kalkulation würde viele Anwender dazu bewegen, ihre PC’s rechtzeitig zu aktualisieren und auch diese neuen Produktversionen zu kaufen, anstatt irgend eine Raubkopie davon zu verwenden, die klarerweise ihre Macken haben muss.
  2. Das spricht den Anwender an: Vergesst nicht, die sowieso kostenfrei angebotenen, Updates von den Programmen, die Ihr installiert habt. Da gibt es wirklich keine Ausrede ála “Da kenne ich mich nicht aus”, oder “Ich verstehe kein Englisch”. Den PC nicht am laufenden zu halten ist einfach fahrlässig und birgt indirekt das gleiche Problem, wie wenn man sein Auto ohne Motor-Oil fährt. Tiiws.com ist auch auf dem Sektor der Online PC-Hilfe aktiv. Und was wir da an Problemen erleben, die einzig und allein durch nicht ausgeführte Updates zurückzuführen sind, ist unglaublich. Unser bisher “wildester” Kunde hatte über 100 Trojanern Unterschlupf auf seinem PC geboten …

Allein, wenn die obigen 2 Punkte wirklich einmal beachtet werden, reduziert sich bereits die Internet-Kriminalität beachtlich.

Würde der Standard-Anwender nun anstatt der serienmässig installierten auch noch zusätzliche, teilweise sogar kostenfrei erhältliche, Sicherheits-Software installieren, könnten sich viele der Scammer da draussen ihre Zähne an fremden PC’s ausbeissen.

Auch mit Spam oder Phishing verhält es sich nicht anders. Teils lässt sicherlich persönliche Not so manche Spam-Mail öffnen und das Link darin klicken. Doch meist ist es einfach Unaufmerksamkeit, falsche Gutgläubigkeit und schlechte PC Ausstattung, die den Anwender ins Verderben treiben.

Was ist das Resumé? Software Erzeuger – werdet wieder vernünftig, Anwender – werdet kritischer und verwendet Euren PC bewusster.

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Filed Under: Internet

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